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Arinfo.de (Ausgabe vom 20.11.2017)

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Girokonto auf Guthabenbasis bei Privatinsolvenz

Ist man gerade dabei, sein erstes Geld zu verdienen, so hat man noch vollstes Vertrauen daran, dass es ab jetzt nur noch stetig bergauf geht. Und selbst, wenn es gelegentlich etwas enger wird: auf irgendeine Art und Weise kommt man schon wieder aus dem finanziellen Fiasko heraus. Je älter man jedoch wird, desto eher wird jemandem klar, wie schnell man sein Geld wieder verlieren kann. Zum Teil sogar in solch einem enormen Umfang, dass es nicht mehr möglich ist, die Zinsen zu zahlen. Dabei muss man nicht einmal selbst verschuldet in die Kreditfalle tappen. Es genügt schon eine Krankheit am Anfang eines neuen, gut bezahlten Angestellten-Verhältnisses, bei dem man in gutem Glauben an das bald sicher fließende Geld Konsumkredite abgeschlossen hat. Die Krankheit führt in der Probezeit zur fristlosen Kündigung, und schon ist man zahlungsunfähig. Oder man hat diverse Verpflichtungen zu seinem ehemaligen Lebenspartner nach einer Scheidung. Wie auch immer die eigene Finanz-Misere entstanden sein mag: es gibt oft nur noch einen Weg, aus dieser Sackgasse herauszukommen. Der Weg hat den Namen: private Insolvenz. Oder auch Privatkonkurs oder Verbraucherinsolvenzverfahren genannt. Hier werden über mehrere Jahre die finanziellen Verpflichtungen im Rahmen der noch bestehenden Möglichkeiten abgegolten, bevor man nach Abschluss des Verfahrens von seinen Schulden befreit ist.

Da dieses Verfahren eine Laufzeit von mehreren Jahren besitzt, möchte man natürlich in der Zwischenzeit nicht auf die Annehmlichkeiten des bargeldfreien Zahlungsverkehrs verzichten: die Miete soll, so weit möglich, monatlich bezahlt werden, und auch die Ausgabe am Automaten für Bargeld ist mittlerweile eine alltägliche Selbstverständlichkeit, die auch Menschen, die im Verbraucherinsolvenzverfahren befindlich sind, nicht missen möchten. Um eine solche ec-/Maestro-Karte zu besitzen, muss man natürlich auch ein Konto auf seinen Namen eingetragen haben. Dies gestaltet sich allerdings für Privatinsolvenzler schwierig, da bei dem Verfahren bei der Schufa ein Negativeintrag vorgenommen wird. Die Schufa ist eine Organisation, bei der sich alle deutschen Banken und Kreditanbieter informieren müssen, um gleichzeitig sich und auch den Kunden vor eben diesen Folgen zu bewahren, die zu einer Privatinsolvenz führen. Dementsprechend ist es auch beinahe unmöglich, mit einer negativen Schufa-Auskunft einen Kredit zu bekommen. Aber auch bei Anlegen eines Girokontos gibt es im Normalfall nur Absagen. Selbst, wenn dies nicht der Fall sein sollte, ist es immer noch angebracht, mit offenen Augen die Angebote zu verfolgen. Oft wird hier nämlich aus der Notsituation des Schuldners ein moralisch sehr fragwürdiger Profit herausgeschlagen. Etwa, indem man in einigen Zeitungen und Zeitschriften Werbeanzeigen sieht, wo für über 100 Euro „geheime Tipps“ für das Führen eines Girokontos trotz Schufa versprochen werden.

Dabei sollte jedoch stets bedacht werden: es gibt überhaupt keinen Grund, derartige Tipps geheim zu halten. Dabei gibt es viele Kanäle, die von den Anbietern derartig unseriöser Angebote genutzt werden. In erster Linie sind dies Foren, die sich auf die Belange und Nöte der Verschuldeten spezialisiert haben, da hier die Bredouille der Teilnehmer meist am größten ist und gleichzeitig ihre Bereitschaft am höchsten, auf kostspielige Schein-Lösungen hereinzufallen. Grundsätzlich ist es also nicht möglich, ein herkömmliches Girokonto mit einem negativen Schufa-Eintrag zu bekommen. Es gibt jedoch mittlerweile einige Lösungsansätze, um auch für Menschen, die sich in einer Privatinsolvenz befinden, den Zugang zum modernen Zahlungsverkehr aufrecht zu erhalten. Hier geht es um Konten, die nur auf Guthabenbasis arbeiten, also keinen Dispositionskredit eingeräumt bekommen. Zwei bekannte Anbieter dieser Guthabenkonten sind die Postbank und der Online-Anbieter CortalConsors. Beide Konten bieten dabei sogar eine Guthabenverzinsung an. Wer an einer Geldkarte interessiert ist, sollte sich bei dieser Auswahl an die Postbank halten. Denn diese bietet bei ihrem Guthabenkonto sogar noch eine SparCard an, mit der man an über 8.000 Geldautomaten der CashGroup sein Bargeld bekommt. Jedes Guthabenkonto ist dabei allerdings kostenpflichtig, und man sollte auch berücksichtigen, dass dennoch eine Mitteilung an die Schufa erfolgt.

 

 

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