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Arinfo.de (Ausgabe vom 17.11.2017)

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Kredit, Geld, Anlage, Kreditkarte
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Möglichkeiten bei Privatkrediten und Peer-to-Peer-Angeboten

Als flexible Darlehensform sind Privatkredite eine Option, um auch bei geringer Bonität oder fehlenden Sicherheiten zahlungsfähig zu sein. Als Sonderform des Privatkredites findet sich in Peer-to-Peer-Krediten eine Variante des Social Lendings, die in erster Linie auf Online-Plattformen angeboten wird. Außerhalb klassischer Bankenkredite werden diese Darlehen vergeben, so dass die Aufnahme grundsätzlich jedem offensteht.

Überblick und Funktionsweise

Prinzipiell kann jede Privatperson bei jeder anderen Privatperson einen Kredit aufnehmen oder einen vergeben. Bei der Privatkreditvergabe kommt es zu keiner Abfrage von Schufa-Einträgen. Gleichfalls werden solche Kredite dort auch nicht hinterlegt. Die Kreditvergabe von Privat zu Privat ist flexibel aber auch ohne Regulation und ohne nennenswerten Verbraucherschutz. Verträge handeln die Kreditparteien unter sich aus, wobei Konditionen, Rückzahlungsbedingungen, Zins und Laufzeit festgelegt und schriftlich fixiert werden sollten. Für die Vermittlung von Privatkrediten sind spezielle P2P-Plattformen (Peer-to-Peer-Portale) auf dem Vormarsch. Diese führen Kreditgeber und Kreditnehmer zusammen. Da solche Portale zu Angeboten führen können, die bessere Zinsen oder Bedingungen bieten als herkömmliche Kreditinstitute, kann der Blick auf P2P-Kreditplattformen lohnenswert sein.

Social Lending und Peer-to-Peer-Kredite

Der Vermittlungsprozess von Kreditgebern und -nehmern erfolgt bei solchen Portalen vollumfänglich online. Anbieter solcher Plattformen bietet den Interessenten einen Marktplatz, auf dem nach eigenen Verträgen private Kreditgeschäfte ausgehandelt werden können. Den Vertragsparteien obliegen die Konditionen selbst, wobei hier, ähnlich wie in regulären Kreditgeschäften insbesondere Faktoren wie:

• Zinssatz

• Kreditsumme

• Laufzeit und

• Auszahlungsdatum

festzulegen sind. Ebenso verlangen auch manche private Kreditgeber Angaben zur Bonität, zu Sicherheiten oder zum zu finanzierenden Projekt beziehungsweise zum Business-Plan. Anders als bei Banken gibt es hier keine starren Regeln und es besteht grundsätzlich die Möglichkeit für Kreditnehmer, die Geldgeber persönlich zu überzeugen. So können sie etwa erklären, inwiefern das Vorhaben Aussicht auf Erfolg haben kann.

Rechtsgrundlage für Privatkredite in Deutschland

Grundlage für das juristische Regelwerk bei Kreditgeschäften ist das Kreditwesengesetz (KWG). Dieses wird von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) herausgegeben. Was die Nutzung von Peer-to-Peer-Portalen betrifft, stellt sich die Frage nach der Genehmigungspflicht (gemäß §32 KWG). Die Kreditvergabe von Privat unterliegt je nach Gestaltung des Angebots dieser Pflicht. Insbesondere ist dies dann der Fall, wenn ein Kreditgeber gewerbsmäßig Kredite vergibt. Dies ist gegeben, wenn wiederholt und mit Gewinnerzielungsabsicht Kredite vergeben werden. Die Betreiber der Portale sind in die Kreditgeschäfte selbst mit eingebunden, weshalb auch sie der Genehmigungspflicht unterliegen können.

Chancen und Vorteile von Privatkrediten

Primärer Vorzug aus Kreditnehmersicht ist die flexible und ungezwungene Gestaltung des Kredits. Handelt es sich bei den Kreditgebern um Familie oder Freunde, ist davon auszugehen, dass diese keine Schufa-Abfrage tätigen. Auch bei der Nutzung von Online-Plattformen für Peer-to-Peer-Krediten besteht keine Verpflichtung, nach festen Kriterien der Banken vorzugehen. Die Bedingungen sind frei verhandelbar.

Im Gegensatz hierzu prüfen Kreditinstitute regelmäßig die Bonität, etwa durch die Forderung nach Vorlage von Gehaltsnachweisen. Besonders Kunden mit geringer Bonität finden daher in Privatkrediten eine Chance. Einzige Voraussetzung ist der Abschluss des 18. Lebensjahres sowie ein Hauptwohnsitz in Deutschland.

Auch die Sicherheiten sind bei Privatkrediten zwischen den Vertragsparteien individuell verhandelbar. Bei Bankenkrediten ist indes oft einer Abtretung der Einkünfte zuzustimmen oder im Falle von Autokrediten der Fahrzeugbrief einzureichen.

Fazit

Privatkredite stehen grundsätzlich jeder Privatperson offen. Besonders Kreditnehmern mit geringerer Bonität oder nicht vorhandenen Sicherheiten bieten private Darlehen eine Möglichkeit. Privatkredite sind Vertrauensgeschäfte, bei der die Vertragsparteien mindestens Laufzeit, Auszahlungsdatum und Rückzahlungsbedingungen sowie den Zinssatz schriftlich fixieren sollten. Nicht nur Familie und Freunde, sondern auch Online-P2P-Portale ermöglichen die Kreditvergabe unter Privatpersonen. Da sich hier hohe Zinsen ergeben können, empfiehlt es sich für Kreditnehmer stets, die Kreditkonditionen zu hinterfragen. Dies gilt insbesondere bei geringer Kreditwürdigkeit, da private Kreditgeber zwar nicht wie Banken an strikte Vorgaben gebunden sind, sich aber auch nur auf für sie lohnenswerte Kreditgeschäfte einlassen.

 

 

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