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Arinfo.de (Ausgabe vom 24.09.2017)

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Versicherungskosten vergleichen und gutes Geld sparen

In Deutschland hat sich in den letzten Jahren eine Mentalität breit gemacht, deren Nutzen für unsere Gesellschaft zumindest einmal in Frage gestellt sein darf. Diese Mentalität wird gemeinhin als „Geiz ist geil Mentalität“ bezeichnet und macht übertriebenen Geiz, der jahrelang verpönt war, plötzlich gesellschaftsfähig. Dieser neue Geiz macht sich in vielen Sektoren des täglichen Lebens bemerkbar, ob es nun beim Autokauf, beim Buchen des Jahresurlaubes oder beim Einkauf im Kaufhaus ist, die Menschen schauen sich immer intensiver nach Sparmöglichkeiten um und werden in den Preisverhandlungen mit den Verkäufern auch mehr und mehr zu richtigen „Kämpfern“. Einen wahren Aufschwung hat die „Geiz ist geil Mentalität“ durch die Entwicklung des Internets erlebt. In den letzten Jahren hat sich das Internet zu einem unglaublich wichtigen Informationsmedium entwickelt. Immer mehr Menschen nutzen das Internet in diesem Zusammenhang auch für Preisrecherchen aller Art. Egal was an größeren Investitionen getätigt werden soll, das Internet wird stets als Quell des Wissens wahrgenommen und demnach werden alle Informationen auch hier organisiert. Das Problematische bei der „Geiz ist geil Mentalität“ ist nicht etwa die Tatsache, dass Menschen Preise vergleichen, diese Emanzipation des Bürgers ist sogar enorm positiv, das Problematische ist, das der Vergleich der Leistung oft vollkommen auf der Strecke bleibt. Es scheint fast so, als würde die Leistung, oder, wenn wir von Waren reden, die Qualität, überhaupt keine Rolle mehr spielen - Hauptsache die Ware oder Dienstleistung ist schön billig. Genau dieser Trend kann aber fatale Folgen haben.

Betrachten wir z.B. den Bereich der Waren. Waren aller Art werden vom Bürger nur noch nach ihrem Preis beurteilt. Billige Waren setzen nun aber auch billige Arbeitskräfte voraus. Diese wiederum findet man nicht in Deutschland. Die Unternehmen wandern also aus Deutschland ab. Es ist schon faszinierend: Alle Welt beschwert sich über die Unternehmen, die immer mehr ins Ausland abwandern, die Bereitschaft für eine qualitativ hochwertige Waren auch gutes Geld zu bezahlen, ist aber keineswegs gegeben. Was für den Wirtschaftsbereich der Konsumgüter gilt, lässt sich auch auf andere Bereiche des täglichen Lebens übertragen, z.B. auf den Bereich der Versicherungen. Viele Menschen schauen sich nur noch nach dem „Geiz ist geil“ Prinzip nach Versicherungen um, schließen also den Vertrag ab, bei dem sie am meisten Geld sparen können, bzw. andersherum ausgedrückt, sie gehen zu der Gesellschaft mit den niedrigsten Preisen. Aber auch in der Versicherungsbranche ist es nicht anders als bei den Waren oder Dienstleistungen, gute Leistung verlangt nun einfach auch einen guten Preis. Und die Gesamtleistungen eines Versicherungsunternehmens sind vielschichtig. Neben den vertraglich zugesicherten Leistungen gehören auch die Betreuung vor Ort, also das Vertreternetz, und die Geschwindigkeit, Professionalität und Kulanz in der Bearbeitung von Schadensfällen zu diesen Gesamtleistungen. Wer also bei einer Versicherung nur auf den Preis achtet, muss sich um Umkehrschluss nicht wundern, wenn die Leistungen nicht so gut ausfallen, wie man es erwartet.

Es ist daher grundsätzlich davon abzuraten, Versicherungsvergleiche, wie man sie im Internet auf zahlreichen Portalen findet, alleinig als den Quell des Wissens anzusehen. Um einen Vorabeindruck zu erhalten eigenen sie sich bestens, keine Frage, die Leistungen der Unternehmen sollten aber in jedem Fall immer quergeprüft werden um böse Überraschungen im Leistungsfall zu vermeiden. Um die Problematik ein bisschen greifbarer zu machen, sei an dieser Stelle noch ein Beispiel genannt. Nehmen wir an, jemand hat einen klassischen Hausratschaden, z.B. weil ihm das Bügeleisen auf dem Bügelbrett umgekippt ist und das Bügelbrett versengt wurde (Sengschaden). Ist der Versicherungsnehmer nun bei einer Versicherung mit einem großen Außendienst versichert, kann er bei seinem Versicherungsvertreter anrufen, dieser kommt vorbei und leitet den Schadensfall weiter. In vielen Fällen kann sich der Vertreter nun entweder für eine rasche Regulierung stark machen, oder aber er reguliert den Schaden gleich selber, der Geschädigte bekommt also sein Geld und der Vertreter rechnet dann hintenherum mit der Versicherung ab. Wenn man jedoch bei einem günstigen Versicherer versichert ist, kann es sein, dass man zuerst in einem Callcenter anrufen und sich da lange rechtfertigen muss und am Ende doch vor einem Berg von Formularen sitzt, die man ausfüllen soll. In vielen Fällen geben Versicherte irgendwann entnervt auf. Welche Versicherung war nun die Bessere? Und ist Geiz wirklich immer geil?

 

 

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